
Social und Influencer
Soziale Netzwerke für KMU in der Schweiz auswählen
Im Jahr 2020 war laut einer Studie der Fachhochschule Graubünden 36,5 % der Schweizer KMU in sozialen Netzwerken präsent.
Warum Social Media für Schweizer KMU wichtig sind
Im Jahr 2020 war laut einer Studie der Fachhochschule Graubünden 36,5 % der Schweizer KMU in sozialen Netzwerken präsent. Der PMI Digital Pulse 2025 zeigt zudem, dass soziale Medien auch zur Suche nach Dienstleistungen von KMU genutzt werden.
KMU, die in sozialen Medien nicht präsent oder inaktiv sind, riskieren einen Verlust an Sichtbarkeit und Geschäftspotenzial, was sich negativ auf ihre Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Markt auswirken kann.
B2C und B2B: Unterschiede bei der Plattformwahl
Für B2C-Unternehmen ist Facebook die bevorzugte Plattform für 51 % der Befragten, gefolgt von Instagram (30 %), LinkedIn (8 %) und YouTube (7 %). Bei B2B-Unternehmen liegt LinkedIn an erster Stelle (44 %), vor Facebook (33 %), Instagram (17 %) und YouTube (4 %).
Auch die Formate unterscheiden sich: B2B-Unternehmen veröffentlichen mehr Textbeiträge als B2C-Unternehmen (32 % gegenüber 20 %), während B2C-Unternehmen Bilder stärker bevorzugen (29 % gegenüber 23 %). Videos machen fast die Hälfte der Inhalte aus: 49 % bei B2C und 43 % bei B2B.
Die wichtigsten Plattformen für Schweizer KMU
Bei den in sozialen Medien aktiven Schweizer KMU sind Facebook (29,3 %), Instagram (16,1 %) und LinkedIn (12 %) am weitesten verbreitet. Diese Daten beschreiben die Präsenz der Unternehmen, nicht die Plattformen, die Kunden zur Suche nach Dienstleistungen nutzen.
Um nach KMU-Dienstleistungen zu suchen, nutzt 77 % der Nutzer sozialer Medien Instagram, 49 % Facebook und 28 % LinkedIn. Instagram ist somit das meistgenutzte Kanal für diesen Zweck in der Gesamtbevölkerung.
TikTok wird von 15 % der Social-Media-Nutzer zur Suche nach KMU verwendet, wobei dieser Anteil in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen auf 24 % steigt. Bei den Jugendlichen liegt TikTok an dritter Stelle, nach Instagram (88 %) und Facebook (26 %).
So wählen Sie die passende Plattform für Ihr Unternehmen
- Definieren Sie, an wen sich Ihr KMU richtetEndkonsumenten (B2C) oder andere Unternehmen und Fachleute (B2B). Berücksichtigen Sie auch die Branche und die Unternehmensgrösse, da diese die Wahl beeinflussen können.
- Prüfen Sie die Gewohnheiten Ihrer Zielgruppe und deren Gründe für die Nutzung der einzelnen sozialen Netzwerke. Wenn Sie in der Schweiz für Ihre Dienstleistungen gefunden werden möchten, beachten Sie, dass Instagram der meistgenutzte Kanal zur Suche nach KMU ist, gefolgt von Facebook und LinkedIn.
- Gehen Sie vom Geschäftsmodell ausFür B2C-Unternehmen ist Facebook die bevorzugte Plattform für 51 % der Befragten; für B2B-Unternehmen liegt LinkedIn mit 44 % an erster Stelle. Nutzen Sie diese Daten als Referenz und vergleichen Sie sie mit den Gewohnheiten Ihrer Zielgruppe.
- Passen Sie Plattform und Inhalt aufeinander abFacebook eignet sich für ein breites Publikum und den Aufbau einer Community; Instagram für visuelles Storytelling; LinkedIn für B2B-Kommunikation und Fachartikel; TikTok, um junge Menschen mit kreativen Inhalten zu erreichen.
- Wählen Sie die relevantesten Kanäle aus, statt auf jeder Plattform ein Profil zu eröffnen. Bevor Sie sich entscheiden, prüfen Sie, ob Sie über die Zeit und das Know-how verfügen, um regelmässig zu publizieren und den Dialog mit dem Publikum aufrechtzuerhalten.
So wählen Sie die richtige Plattform für Ihr Schweizer KMU
- Definieren Sie Ihre ZielgruppeB2C oder B2B?
- Prüfen Sie die Social-Media-Gewohnheiten Ihrer Zielgruppe
- Passen Sie Inhalt und Plattform aufeinander an (z. B. Videos auf TikTok, Texte auf LinkedIn)
- Wählen Sie nur Kanäle, die Sie regelmässig und engagiert betreuen können
Strategien für eine effektive Präsenz in sozialen Netzwerken
Eine empfohlene redaktionelle Richtlinie besteht darin, 80 % der Beiträge der Welt der Kunden und 20 % der Marke zu widmen. Der Dialog hilft dabei, Vertrauensbeziehungen mit der Kundschaft aufzubauen.
Als Veröffentlichungsfrequenz werden 3–5 Posts pro Woche auf Facebook, 1–2 pro Tag auf Instagram oder 3–5 pro Woche sowie 1–4 pro Tag auf TikTok empfohlen. Wählen Sie ein Tempo, das Ihr KMU durchhalten kann.
Storytelling, kurze Videos und von Kunden erstellte Inhalte können das Engagement und das Vertrauen fördern. Vermeiden Sie es, jede Interaktion zu automatisieren: Der persönliche Dialog trägt zum Aufbau einer langfristigen Beziehung bei.
Besonderheiten des Schweizer Kontexts: Generationen und Regionen
Bei den unter 30-Jährigen suchen 29 % nach KMU in sozialen Medien, was mehr als doppelt so viel ist wie der Durchschnitt von 13 %. Bei den über 60-Jährigen sinkt dieser Anteil auf 5 %, ein Faktor, der bei der Definition der zu erreichenden Zielgruppe berücksichtigt werden muss.
Im Tessin sucht 19 % der Bevölkerung über soziale Medien nach KMU, verglichen mit 15 % in der Romandie und 12 % in der Deutschschweiz. 16 % der Frauen und 10 % der Männer tun dies.
Das Interesse an digitalen Informationen über KMU ist weit verbreitet: Es betrifft 82 % der Bevölkerung und 91 % der Personen zwischen 30 und 44 Jahren. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Wert bei 86 %, bei den 45- bis 59-Jährigen bei 80 % und bei den 60- bis 79-Jährigen bei 70 %.
Überlegungen zur Rendite der Investition für KMU
Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden sind doppelt so wahrscheinlich wie KMU der Ansicht, dass der Nutzen sozialer Medien den erforderlichen Aufwand überwiegt. Die wahrgenommene Rendite variiert also auch in Abhängigkeit von der Unternehmensgrösse.
Berücksichtigen Sie bei der Bewertung des Aufwands nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch Zeit und Know-how. Für Social-Media-Werbung gibt es verschiedene Abrechnungsmodelle; beim PPC (Pay-per-Click) zahlen Sie nur, wenn jemand auf die Anzeige klickt.
Vergleichen Sie vor der Aktivierung eines Kanals die Ziele mit den Ressourcen, die Sie dafür aufwenden können, und mit der erforderlichen Veröffentlichungsfrequenz. Für kleinere KMU ist eine nachhaltige Präsenz vorzuziehen gegenüber einer zersplitterten Betreuung vieler Profile.
Vorteile und Herausforderungen der Nutzung sozialer Medien für Schweizer KMU
- Pro
- Steigerung der lokalen Sichtbarkeit und des Geschäftspotenzials
- Pro
- Direkter Zugang zu jungen und digital aktiven Zielgruppen
- Contra
- Erfordert kontinuierlich Zeit und Kompetenzen für eine nachhaltige Betreuung
- Contra
- Geringere wahrgenommene Rendite bei kleinen KMU im Vergleich zu Grossunternehmen


